Diese Ausgabe
Zeitraum & Methodik
Berichtszeitraum: Entwicklungen seit Ausgabe 4 vom 21.10.2026 (ca. 24 Stunden, Recherchestand 22.10.2026, 08:30 Uhr MESZ). Für Länder ohne neue Daten steht der letzte Stand mit Datum.
Methodik: Asylstatistiken erfassen die Staatsangehörigkeit, nicht die Religion. Herkunftsländer mit muslimischer Mehrheit (z. B. Afghanistan, Syrien, Türkei, Irak, Somalia, Algerien, Bangladesch, Pakistan, Sudan, Ägypten) dienen nur als Näherung. Eritrea, Venezuela, Kolumbien, die Ukraine, Belarus u. a. sind keine mehrheitlich muslimischen Länder. Bevölkerungsanteile stammen jeweils aus der neuesten verfügbaren Erhebung, das Bezugsjahr steht bei jeder Zahl (z. B. DE 8,0–8,5 % 2025 laut BAMF, AT 8,3 % 2021, CH 6,0 % 2024, NL 6 % 2025, FR 9,1 % 2020 laut Pew bzw. 7 % der ab 15-Jährigen 2025 laut Ifop-Umfrage). Wo es keine neuere nationale Zahl gibt, gilt die Pew-Schätzung für 2020 (Pew, 09.06.2025). Eurostat zählt „Erstantragsteller“, nationale Ämter oft alle Anträge. Beide Werte sind nicht direkt vergleichbar, Zeiträume werden nicht vermischt. Ankunftszahlen (Frontex, UNHCR, Küstenwachen) zählen Grenzübertritte bzw. Anlandungen, nicht Personen oder Asylanträge. Werte, die nur aus Suchergebnissen, Medien ohne Amtsquelle oder X stammen, sind als „noch nicht gegengeprüft“ markiert.
AUSGABE 5 · DONNERSTAG, 22.10.2026
Drei Kernpunkte des Tages
- 01Rückkehrzentrum in Ruanda: Abkommen laut AFP schon im November möglich: Deutschland, Österreich, Dänemark, Griechenland und die Niederlande stehen laut drei mit den Gesprächen vertrauten Personen kurz vor einer Vereinbarung mit Ruanda über ein gemeinsames „Return Hub“ für abgelehnte Asylbewerber. Geplant ist zunächst ein Pilot mit rund 100 Menschen, etwa 20 je Staat. Die Unterzeichnung könnte Mitte November am Rande einer Migrationskonferenz in Wien erfolgen, der Betrieb 2027 beginnen (Courrier international/AFP, 20.10.; MiGAZIN, 21.10.). Amtlich bestätigt sind weder Land noch Termin, die Bundesregierung sprach am 07.10. von „ersten Gesprächen“.
- 02Polen: Septemberzahlen der Ausländerbehörde, erste Grenzversuche seit Mitte September: Im September gingen beim UdSC 330 Anträge auf internationalen Schutz für 381 Personen ein. Im Zeitraum Jan.–Sep. 2026 waren es 3.576 Anträge für 4.369 Personen, vor allem aus der Ukraine (1.620 Personen), Belarus (1.244) und Russland (388) (UdSC, Informacja o działalności 09/2026, veröff. 20.10.). Am 20.10. meldete das Militär acht Versuche illegaler Grenzübertritte aus Belarus (Echo Białystok nach Dowództwo Operacyjne, 21.10.), laut Pozirk, 21.10. die ersten nach 34 Tagen ohne Versuche.
- 03Ärmelkanal: keine Ankünfte seit 13.10., aber fast 3.800 Wartende in Nordfrankreich: Auch vom 14. bis 20.10. kamen laut Innenministerium keine Boote an (GOV.UK, aktualisiert 21.10.). Grenzschutz-Kommandeur Duncan Capps sagte am 21.10. im Innenausschuss des Unterhauses, in den Lagern bei Dünkirchen und Calais warteten fast 3.800 Menschen, doppelt so viele wie üblich. Die Boote würden größer und voller. Seit 2018 sei nur rund 5 % der Ankommenden zurückgeführt worden (The Independent, 21.10.).
Abschnitt
EU-Ebene
- Rückführungsverordnung (EU) 2026/2280 – an EUR-Lex geprüft: Die Verordnung vom 07.10.2026 über ein gemeinsames System für die Rückkehr illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger steht im Amtsblatt L vom 15.10.2026 und ist in Kraft (Inkrafttreten am Tag nach der Veröffentlichung). Die meisten Bestimmungen gelten ab 17.10.2027. Ab dann werden die Rückführungsrichtlinie 2008/115/EG, die Richtlinie 2001/40/EG und die Entscheidung 2004/191/EG aufgehoben (EUR-Lex, ABl. L 2026/2280). Offener Punkt aus Ausgabe 3 und 4 damit geschlossen.
- Return Hubs: Fünf Staaten (DE, AT, DK, GR, NL) verhandeln laut AFP mit Ruanda (siehe Kernpunkt 1). Die EU-Kommission nimmt an einzelnen Treffen als Beobachterin teil. Frankreich ist skeptisch, Präsident Macron nannte solche Zentren im Juni „weder effizient“ noch mit den EU-Werten vereinbar. Uganda und Usbekistan gelten als mögliche weitere Standorte (Courrier international/AFP, 20.10.). Die Angaben beruhen auf anonymen Quellen und sind noch nicht gegengeprüft.
- Notfallrahmen: Die Beratung der EU-Staaten über den Umfang des geplanten „European Emergency Response Framework“ ist für heute (22.10.) angekündigt, ein Ergebnis liegt noch nicht vor (Rapporteur, abgerufen 22.10.). Die Angaben zum Ratsvermerk bleiben noch nicht gegengeprüft (siehe Ausgabe 4).
- Eurostat: Seit dem Update vom 20.10. (abends) gibt es keine neuen Daten. Dabei wurden einzelne Werte leicht revidiert: Juli 2026 EU-27 jetzt 34.175 Erstantragsteller (zuvor 34.145, Juli 2025: 55.725, −39 %), Österreich September 745 (zuvor 740), Belgien September 1.650 (zuvor 1.645). Für August fehlen weiter u. a. DE, ES, SE, PL, IE und SI, einen EU-Wert für August gibt es noch nicht (Eurostat, migr_asyappctzm, Stand 20.10.).
- Frontex: Keine neuen Zahlen. Die Werte für Westbalkan (−27 %, 6.687) und Ostgrenzen (−51 %) für Jan.–Sep. stehen weiter nicht in der Frontex-Pressemitteilung, sondern nur in Medienberichten (Frontex, 19.10.; DTT-NET, 19.10.). Status: noch nicht gegengeprüft.
- EUAA: Keine neuen Daten. Letzter Stand: 1. Halbjahr 2026 EU+ rund 332.000 Anträge (−17 %), siehe Ausgabe 4 (EUAA, Mid-Year Review 2026).
14 Länder
Länder
DE
Deutschland
- Keine neuen BAMF-Monatszahlen, die Oktoberzahlen erscheinen Anfang November. Letzter Stand: 55.366 Neuzugänge im Asylsystem Jan.–Sep. 2026, davon 5.276 im September. Häufigste Herkunft im September: Afghanistan 1.087, Syrien 688, Türkei 618, Irak 264, Somalia 250 (BAMF, 05.10.).
- Nachtrag Bundespolizei (amtlich, Stand 05.10.): 36.523 unerlaubte Einreisen im Zeitraum Jan.–Sep. 2026, davon 3.268 im September. Im Vorjahreszeitraum waren es 47.847 (eigene Summe, −24 %) (Bundespolizei, 05.10.). Unerlaubte Einreisen sind keine Asylanträge.
- Ruanda: Deutschland gehört laut AFP zu den fünf Staaten, die über ein Rückkehrzentrum verhandeln (siehe Kernpunkt 1). In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken vom 07.10. sprach die Bundesregierung von „ergebnisoffenen“ ersten Gesprächen und machte zu einzelnen Staaten keine Angaben (MiGAZIN, 21.10.). Amnesty International und Brot für die Welt kritisieren das Vorhaben.
- Abschiebungen: Kein neuer Sammelflug belegt. Für Samstag, 24.10., sind Proteste an sieben Flughäfen angekündigt (siehe Ausgabe 4).
AT
Österreich
- BMI: Die Septemberstatistik war am 22.10. (08:30 Uhr) weiter nicht veröffentlicht, die Seite listet nur Monate bis August, letzte Aktualisierung 18.08. (BMI). Letzter BMI-Stand: 6.512 Anträge im Zeitraum Jan.–Aug. 2026 (−45 %) (BMI, Asylstatistik August 2026).
- Eurostat, September 2026 (revidiert): 745 Erstantragsteller (Sep. 2025: 1.195, −38 %). Herkunft unverändert: Syrien 205, Afghanistan 145, Iran 65, Türkei 55, Somalia 50. Summe Jan.–Sep.: 5.915 (2025: 9.930, eigene Summe) (Eurostat, Stand 20.10.).
- Nachtrag Rückführungen: Laut Innenminister Karner wurden in den ersten neun Monaten 2026 fast 12.000 Menschen außer Landes gebracht, etwa die Hälfte freiwillig, die andere Hälfte durch Abschiebung. Der Ministerrat beschloss am 14.10., verurteilte Straftäter nach Verbüßung der Mindeststrafe direkt aus der Haft abschieben zu können (Bundeskanzleramt, 14.10.). Nach Afghanistan wurden bisher acht verurteilte Straftäter direkt abgeschoben, im 1. Halbjahr 2026 zudem rund 170 Afghanen in andere EU-Staaten (BMI, 10.10.). Österreich gehört laut AFP zu den fünf Ruanda-Verhandlungsstaaten.
CH
Schweiz
- Keine neuen Daten. Letzter Stand September 2026: 2.122 Asylgesuche (−18 %). Herkunft: Afghanistan 530, Eritrea 321, Algerien 247, Somalia 202, Türkei 112. Im Zeitraum Jan.–Sep. waren es 15.667 (−17 %) (SEM, 15.10.).
FR
Frankreich
- Keine neuen amtlichen Daten. OFPRA und Innenministerium (DGEF) haben weiter keine eigenen 2026-Zahlen veröffentlicht, die OFPRA-Startseite nennt als neueste Bilanz das Jahr 2025 mit 145.210 Anträgen (OFPRA). Letzter Stand 2026: EUAA 1. Halbjahr rund 69.000 Anträge, Eurostat Jan.–Aug. 68.730 Erstantragsteller (siehe Ausgabe 4). Der Medienwert von rund 31.500 OFPRA-Anträgen im 1. Quartal bleibt noch nicht gegengeprüft (Valeurs actuelles, 30.04.).
- Ärmelkanal: Laut britischem Grenzschutz warten in den Lagern bei Dünkirchen und Calais fast 3.800 Menschen, nach französischen Angaben doppelt so viele wie üblich (siehe UK).
BE
Belgien
- Keine neuen Daten. Letzter Stand September 2026: 2.071 Antragsteller, Jan.–Sep.: 18.542. Herkunft: Afghanistan 283, Palästina 266, Eritrea 188, Türkei 156 (CGRS, Okt. 2026). Eurostat zählt für September jetzt 1.650 Erstantragsteller (revidiert).
NL
Niederlande
- Keine neuen Zahlen. Die Wochenmeldung für Woche 43 folgt am 26.10. Letzter Stand: Woche 42 rund 840 Asylzugänge, davon 500 Erstanträge (Rijksoverheid, 19.10.). Die Niederlande gehören laut AFP zu den fünf Ruanda-Verhandlungsstaaten.
SE
Schweden
- Keine neuen Antragszahlen (Statistikpause seit Paktstart). Letzter Stand: 1.628 registrierte Anträge vom 12.06. bis 30.09.2026, keine amtliche Statistik (Migrationsverket).
- Neu: Migrationsverket kann 2026 450 bis 500 Kontingentflüchtlinge aufnehmen statt der vorgesehenen 900, weil die Vorgaben der Regierung spät kamen. Einbezogen sind Flüchtlinge aus Ruanda im UNHCR-Notfallmechanismus (Emergency Transfer Mechanism) (Migrationsverket, 20.10.).
DK
Dänemark
- Keine neuen Daten. Letzter Stand: 1.177 Anträge im Zeitraum Jan.–Sep. 2026 (US, 30.09.). 618 Menschen kehrten Jan.–Aug. über das Repatriierungsprogramm zurück, davon 513 nach Syrien (UIM, 09.10.). Dänemark gehört laut AFP zu den fünf Ruanda-Verhandlungsstaaten.
NO
Norwegen
- Keine neuen UDI-Daten. Letzter Stand: 1.881 individuelle Asylanträge im Zeitraum Jan.–Sep. 2026, davon 301 im September (UDI). Eurostat zählt für September 285 Erstantragsteller (andere Abgrenzung).
GB · aktualisiert
Vereinigtes Königreich
- Ärmelkanal: Vom 14. bis 20.10. kamen keine Boote an, auch in der Vorwoche (13.–19.10.) nicht (GOV.UK, aktualisiert 21.10.). Jahreswert bis 08.10.: 20.935 (siehe Ausgabe 1).
- Innenausschuss, 21.10.: Grenzschutz-Kommandeur Duncan Capps nannte fast 3.800 Menschen in den Lagern bei Dünkirchen und Calais. Wegen stärkerer Strandpatrouillen gebe es weniger Abfahrten, die Menschen bräuchten sechs bis sieben Versuche. Schleuser wichen auf größere Boote und weiter entfernte Startpunkte aus, darunter Belgien und die Normandie. In diesem Jahr sei ein Boot mit 230 Menschen unterwegs gewesen, Capps warnt vor einem Unglück mit vielen Toten. Seit 2018 sei rund 5 % der Ankommenden zurückgeführt worden. Das inzwischen beendete „One in, one out“-Abkommen mit Frankreich habe Rückführungen u. a. von Afghanen, Iranern, Jemeniten und Somaliern ermöglicht (The Independent, 21.10.). Das sind Aussagen vor dem Ausschuss, eine eigene Statistik zu den Lagerzahlen gibt es nicht.
IT · aktualisiert
Italien
- Anlandungen 01.01.–21.10.2026: 25.660 (Vorjahreszeitraum: 57.021, −55 %), unverändert zum Vortag. Erklärte Nationalitäten (nachidentifiziert): Bangladesch 5.980, Algerien 3.151, Somalia 2.822, Eritrea 2.276, Sudan 1.857, Pakistan 1.650, Ägypten 1.491, Tunesien 1.373. Unbegleitete Minderjährige (bis 19.10.): 5.056 (Viminale, Cruscotto 21.10.).
- Rückführungen 01.01.–19.10.2026: 6.048 Zwangsrückführungen (bis 15.10.: 5.980) und 1.010 unterstützte freiwillige Rückkehren, zusammen 7.058. Im Vorjahreszeitraum waren es 5.276 (gleiche Quelle).
- Grenzkontrollen gegenüber Spanien: Laut Medien bis 23.10. verlängert, um sie zeitgleich mit Spanien aufzuheben (Euronews, 16.10.). Eine amtliche italienische Mitteilung zum Ende liegt weiter nicht vor.
ES · aktualisiert
Spanien
- Ceuta: Ministerin Saiz wiederholte am 21.10. in Ceuta die Bilanz: 12.705 Rückkehrer nach Marokko seit 10.08. (12.142 freiwillig, 536 Ausweisungen), 7.477 Notunterkunftsplätze, 3.331 unbegleitete Minderjährige im Schutzsystem. 107 kamen über Familienzusammenführung aufs Festland, 181 wurden in andere Regionen verlegt, 63 Akten gingen an Marokko. Laut RTVE beziehen sich die Rückkehrzahlen auf den Stand 09.10. Am Sonntag wurden zum siebten Mal provisorische Lager geräumt (RTVE, 21.10.). Stadtpräsident Vivas spricht von 15.000 Migranten, die noch in der Stadt seien, und droht mit einer Klage vor dem Obersten Gerichtshof, falls die Regierung keinen Zeitplan nennt (El Español, 21.10.). Die Zahl 15.000 ist eine Angabe der Stadt und noch nicht gegengeprüft.
- Grenzkontrollen zu Italien: Die spanische Anordnung endet heute (22.10.) um 24:00 Uhr automatisch. Eine neue Verlängerung ist im Amtsblatt bisher nicht erschienen (BOE, Orden INT/1033/2026). Ob die Kontrollen tatsächlich enden, wird am 23./24.10. geprüft.
- Kanaren: Am 20./21.10. wurden 27 Männer, darunter fünf Minderjährige, aus einem Schlauchboot rund 148 km vor Kap Bojador gerettet und nach Arguineguín (Gran Canaria) gebracht (Europa Press, 21.10.). Neue Gesamtzahlen des Innenministeriums gibt es nicht. Letzter Stand: 27.230 Ankünfte in ganz Spanien vom 01.01. bis 15.10., davon 8.970 auf den Kanaren (siehe Ausgabe 2).
- Debatte X: Nach einer Kundgebung der migrationskritischen Partei Vox in A Coruña kam es am 21.10. zu Ausschreitungen von Gegendemonstranten, laut X-Zusammenfassung wurden zwölf Polizisten verletzt und zwei Menschen festgenommen (X-Trend, 22.10.). Das ist eine Behauptung nur auf X, die Zahlen sind noch nicht gegengeprüft.
GR · aktualisiert
Griechenland
- Kreta: Die Ankünfte aus Ostlibyen gehen weiter. Laut Küstenwache, zitiert von Cretaone, 21.10., wurden am 20.10. bei Gavdos 179 Menschen aufgegriffen (mit Hilfe eines Frontex-Schiffs) und am 21.10. früh 48 Menschen 30 Seemeilen südlich von Kaloi Limenes gerettet. Weitere Rettungen meldete in.gr, 21.10. mit 46 Menschen südlich von Kaloi Limenes, entdeckt von einem Frontex-Flugzeug. In Ierapetra kamen am 21.10. laut Lokalbericht zwei Boote mit 111 Menschen an, die Notunterkunft am Hafen ist überfüllt (Crete Tip, 21.10.). Die Einzelmeldungen werden nicht addiert, weil sie sich überschneiden können. Die Ierapetra-Zahlen sind noch nicht gegengeprüft.
- UNHCR: keine Aktualisierung. Letzter Stand 11.10.: Seeankünfte 2026 rund 25.400, Landankünfte 6.609. Häufigste Herkunft der Seeankünfte Jan.–Aug.: Sudan 5.807, Bangladesch 5.132, Afghanistan 1.611, Ägypten 1.421 (UNHCR Operational Data Portal).
- Griechenland gehört laut AFP zu den fünf Ruanda-Verhandlungsstaaten.
PL · Lücke geschlossen
Polen
- UdSC, September 2026 (amtlich): 330 Anträge auf internationalen Schutz für 381 Personen (281 Erstanträge). Herkunft der Personen: Ukraine 145, Belarus 77, Russland 40, DR Kongo 10, Türkei 10. Im Zeitraum Jan.–Sep. 2026 waren es 3.576 Anträge für 4.369 Personen, davon Ukraine 1.620, Belarus 1.244, Russland 388, Tadschikistan 80, DR Kongo 55. Entscheidungen Jan.–Sep.: 419 Flüchtlingsanerkennungen, 674 subsidiärer Schutz, 4.328 Ablehnungen, 1.228 Einstellungen. Für Afghanistan: 19 Anerkennungen, 52 Ablehnungen (UdSC, Informacja o działalności 09/2026, veröff. 20.10.; UdSC, Raporty 2026). Die Antragsteller kommen ganz überwiegend aus nicht mehrheitlich muslimischen Ländern.
- Grenze zu Belarus: Am 20.10. gab es acht Versuche illegaler Grenzübertritte, die Operation „Sicheres Podlasien“ läuft weiter (Echo Białystok nach Dowództwo Operacyjne, 21.10.). Laut einem Monitoring des belarussischen Exilmediums Pozirk waren es die ersten nach 34 Tagen ohne Versuche (16.09.–19.10.). An der Grenze zu Lettland zählte es am 20.10. 32 Versuche, für die EU-Nachbarstaaten insgesamt 630 Versuche vom 1. bis 20.10. (Pozirk, 21.10.). Die Pozirk-Angaben sind nicht am Grenzschutz gegengeprüft. Die in Ausgabe 4 genannte X-Angabe „30 Tage ohne Versuche seit 15.09.“ wird damit in der Größenordnung gestützt, bleibt aber unbestätigt. Das Asylrecht an der Grenze bleibt ab 18.09. für 60 Tage teilweise ausgesetzt (UdSC, 21.09.).
Abschnitt
Status der Prüfungen aus Ausgabe 4
- AT-Septemberstatistik (BMI): weiter nicht veröffentlicht (Stand 22.10., 08:30 Uhr). Eurostat-Wert auf 745 revidiert.
- FR-2026-Zahlen (OFPRA/DGEF): weiter keine amtlichen Zahlen. Es bleibt bei der EUAA (1. Halbjahr) und Eurostat (Jan.–Aug.).
- PL UdSC September: geschlossen (UdSC-Bericht vom 20.10.).
- Frontex Westbalkan/Ostgrenzen: weiter nur Medienwerte, noch nicht gegengeprüft.
- Rückführungsverordnung 2026/2280: geschlossen, an EUR-Lex geprüft (ABl. L vom 15.10.2026, gilt im Wesentlichen ab 17.10.2027).
- ES–IT-Grenzkontrollen: Das spanische Ende (22.10., 24:00 Uhr) ist amtlich belegt, eine Verlängerung ist nicht erschienen. Für Italien gilt der 23.10. nur laut Medien. Die tatsächliche Aufhebung wird am 23./24.10. geprüft.
- Ceuta 70 %: weiter nicht amtlich belegt. Ceuta-Bilanz 12.705: laut RTVE Stand 09.10., nicht 20.10.
- Zeit/WELT, türkische Antragsteller: Die Summe von 140.000 seit 2021 und die Quote von 43 % für 2020 sind weiter noch nicht gegengeprüft.
- Bevölkerungs- und Demografiereferenz: keine neueren amtlichen Erhebungen, beide Dateien unverändert (Stand 20.10.2026). Destatis meldet zwar vorläufige Monatsgeburtenzahlen (Jan.–Jul. 2026), eine neue Geburtenrate (TFR) oder neue Herkunftsdaten gibt es aber nicht.
Abschnitt
Offene Punkte für die nächste Ausgabe
- Spanien/Italien: Ende der Grenzkontrollen am 23./24.10. prüfen (BOE, Viminale bzw. Palazzo Chigi).
- Ergebnis der Ratsberatung zum Notfallrahmen (22.10.). Amtliche Bestätigung des Ruanda-Abkommens (BMI DE, BMI AT, UIM DK, Niederlande, Griechenland).
- Österreich: BMI-Septemberstatistik. Frankreich: OFPRA- bzw. DGEF-Zahlen 2026. Spanien: Zweiwochenbericht des Innenministeriums (Stand 31.10.). Deutschland: BAMF-Oktoberzahlen (Anfang November). Niederlande: Woche 43 (26.10.). UK: Wochenwerte ab 21.10.
- Eurostat August und September, sobald alle Staaten gemeldet haben. Frontex-Werte Westbalkan/Ostgrenzen an einer amtlichen Quelle prüfen. Polen: Grenzschutz-Lage nach dem 20.10. beobachten.
Weiterlesen
- Entwicklung je Land – alle Einträge je Land aus allen Ausgaben
- Karte der Migrationsrouten und Diagramme – neueste amtliche Zahlen je Route
- Geburtenrate und Herkunft je Land – amtliche Demografie-Zahlen mit Bezugsjahr
- Quellenverzeichnis – alle verlinkten Quellen nach Herausgeber
- Archiv aller Ausgaben
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