Diese Ausgabe
Zeitraum & Methodik
Berichtszeitraum: Entwicklungen seit Ausgabe 3 vom 20.10.2026 (ca. 24 Stunden, Recherchestand 21.10.2026, 08:00 Uhr MESZ). Für Länder ohne neue Daten steht der letzte Stand mit Datum.
Methodik: Asylstatistiken erfassen die Staatsangehörigkeit, nicht die Religion. Herkunftsländer mit muslimischer Mehrheit (z. B. Afghanistan, Syrien, Türkei, Irak, Somalia, Algerien, Bangladesch, Pakistan, Sudan, Ägypten) dienen nur als Näherung. Eritrea, Venezuela, Kolumbien, die Ukraine, Belarus u. a. sind keine mehrheitlich muslimischen Länder. Bevölkerungsanteile stammen jeweils aus der neuesten verfügbaren Erhebung, das Bezugsjahr steht bei jeder Zahl (z. B. DE 8,0–8,5 % 2025 laut BAMF, AT 8,3 % 2021, CH 6,0 % 2024, NL 6 % 2025, FR 9,1 % 2020 laut Pew bzw. 7 % der ab 15-Jährigen 2025 laut Ifop-Umfrage). Wo es keine neuere nationale Zahl gibt, gilt die Pew-Schätzung für 2020 (Pew, 09.06.2025). Eurostat zählt „Erstantragsteller“, nationale Ämter oft alle Anträge. Beide Werte sind nicht direkt vergleichbar, Zeiträume werden nicht vermischt. Ankunftszahlen (Frontex, UNHCR, Küstenwachen) zählen Grenzübertritte bzw. Anlandungen, nicht Personen oder Asylanträge. Werte, die nur aus Suchergebnissen, Medien ohne Amtsquelle oder X stammen, sind als „noch nicht gegengeprüft“ markiert.
AUSGABE 4 · MITTWOCH, 21.10.2026
Drei Kernpunkte des Tages
- 01Kreta: 710 Ankünfte in gut 24 Stunden: Nach Angaben der griechischen Küstenwache erreichten seit Montagmorgen 14 Boote aus Ostlibyen Kreta, Gavdos und die unbewohnte Insel Chrysi, insgesamt 710 Menschen. Tags zuvor ertranken in der Ostägäis vor Lesbos und Samos zwölf Menschen (Kathimerini/AP, 20.10.). Laut UNHCR kamen 2026 bis 11.10. rund 25.400 Menschen über See und 6.609 über Land nach Griechenland. Häufigste Herkunft der Seeankünfte (Jan.–Aug.): Sudan 5.807, Bangladesch 5.132, Afghanistan 1.611, Ägypten 1.421 (UNHCR Operational Data Portal, Stand 11.10.).
- 02Österreich: Septemberwert jetzt über Eurostat: Eurostat meldet für September 2026 740 Erstantragsteller in Österreich, 38 % weniger als im September 2025 (1.190). Die größten Gruppen kamen aus Syrien (205), Afghanistan (145), Iran (65), der Türkei (55) und Somalia (50) (Eurostat, migr_asyappctzm, Stand 20.10.). Die BMI-Septemberstatistik mit allen Anträgen fehlt weiterhin.
- 03Ceuta: 12.705 Rückkehrer nach Marokko, spanische Grenzkontrollen enden am 22.10.: Seit 10.08. sind laut Regierung 12.705 Menschen aus Ceuta nach Marokko zurückgekehrt, davon 12.142 freiwillig, 536 wurden ausgewiesen. 3.331 unbegleitete Minderjährige sind im Schutzsystem der Stadt (Cadena SER nach Ministerin Saiz, 20.10.; La Moncloa, 20.10.). Die spanischen Kontrollen an den Luft- und Seegrenzen zu Italien laufen laut Amtsblatt am 22.10. um 24:00 Uhr automatisch aus (BOE, Orden INT/1033/2026).
Abschnitt
EU-Ebene
- Eurostat (Update 20.10.): Für September 2026 liegen erste Länderwerte vor, darunter AT 740, BE 1.645 und NO 285 Erstantragsteller. Für August fehlen weiter u. a. DE, ES, SE, PL, IE und SI, deshalb gibt es noch keinen EU-Gesamtwert. Letzter vollständiger EU-Wert bleibt Juli 2026: 34.145 Erstantragsteller (siehe Ausgabe 3) (Eurostat, Stand 20.10.).
- Frontex Jan.–Sep. 2026: Keine neuen Zahlen (siehe Ausgabe 3: gut 91.000 Übertritte, −⅓). Die Werte für Westbalkan (−27 %) und Ostgrenzen (−51 %) stehen weiter nicht in der Frontex-Pressemitteilung (Frontex, 19.10.). Neben Eunews nennt auch DTT-NET, 19.10. für den Westbalkan −27 % und einen Absolutwert von 6.687. Das ist plausibel: Bis Juli zählte Frontex amtlich 4.910 (−26 %) am Westbalkan und 3.209 (−44 %) an den Ostgrenzen (Frontex, 14.08.). Die Werte bis September bleiben trotzdem noch nicht gegengeprüft.
- EUAA, 1. Halbjahr 2026 (amtlich): EU+ rund 332.000 Anträge (−17 %), davon rund 276.000 Erstanträge (−21 %). Folgeanträge machten 16 % aus, so viel wie nie zuvor. Größte Gruppen: Afghanistan rund 39.000, Venezuela 33.000, Bangladesch 20.000, Ägypten und Türkei je rund 12.000, Sudan und Syrien je rund 11.000. Syrische Anträge erreichten den niedrigsten Halbjahreswert seit Beginn der Erfassung (−57 %), sudanesische fast den doppelten Vorjahreswert (EUAA, Latest Asylum Trends Mid-Year Review 2026).
- Notfallrahmen: Laut einem Ratsvermerk, über den Rapporteur berichtet, beraten die EU-Staaten am Donnerstag über den Umfang des geplanten „European Emergency Response Framework“. Zur Wahl stehen drei Varianten: Er soll für alle Fälle von Instrumentalisierung greifen, nur für solche mit drohendem Massenzustrom oder für jeden Massenzustrom, auch ohne Nachweis staatlicher Steuerung. Berlin und Wien unterstützen demnach die Möglichkeit, Asylverfahren vorübergehend auszusetzen, andere Staaten haben rechtliche Bedenken. Ob der Rahmen rechtlich bindend wird, ist offen (Rapporteur, abgerufen 21.10.). Der Vermerk selbst ist nicht öffentlich, die Angaben sind deshalb noch nicht gegengeprüft.
- Rückführungsverordnung 2026/2280: Der Abgleich am Amtsblatt steht noch aus, EUR-Lex wurde in dieser Ausgabe nicht erneut abgerufen (siehe Ausgabe 3).
14 Länder
Länder
DE
Deutschland
- Keine neuen BAMF-Monatszahlen, die Oktoberzahlen erscheinen Anfang November. Letzter Stand: 55.366 Neuzugänge im Asylsystem Jan.–Sep. 2026, davon 5.276 im September. Häufigste Herkunft im September: Afghanistan 1.087, Syrien 688, Türkei 618, Irak 264, Somalia 250 (BAMF, 05.10.).
- Gegenprüfung türkische Antragsteller (WELT/„Zeit“): Die BAMF-Statistik bestätigt die Größenordnung der genannten Schutzquote von „etwa 12 %“. Im Zeitraum Jan.–Sep. 2026 entschied das BAMF über 13.126 Anträge türkischer Staatsangehöriger, die Gesamtschutzquote lag bei 11,8 %. Die Zahl der Neuzugänge aus der Türkei sank auf 5.226 (Vorjahr: 9.295 Erstanträge, −43,8 %) (BAMF, Aktuelle Zahlen 09/2026). Noch nicht gegengeprüft sind die Summe von rund 140.000 Anträgen seit 2021 und die Quote von 43 % für 2020. Für den beschriebenen Missbrauchsweg gibt es weiter keine Fallzahl.
- Abschiebungen: Kein neuer Sammelflug belegt. Am Samstag, 24.10., sind an sieben Flughäfen Proteste gegen Abschiebungen angekündigt, in Leipzig/Halle vor allem gegen Charterflüge nach Afghanistan (Freie Presse/dpa, 19.10.). Ein konkreter Charterflug ist amtlich nicht angekündigt. Letzter belegter Flug: 22 Männer am 05.10. nach Kabul, seit Beginn der Legislaturperiode 250 Afghanen (Deutschlandfunk).
- Debatte X: Ein vielgeteilter Beitrag nennt für 2025 „rund 22.700 Abschiebungen“ (X, 20.10.). Das ist eine Behauptung nur auf X und noch nicht gegengeprüft.
AT · Lücke teilweise geschlossen
Österreich
- Eurostat, September 2026: 740 Erstantragsteller (Sep. 2025: 1.190, −38 %; Aug. 2026: 640). Herkunft: Syrien 205, Afghanistan 145, Iran 65, Türkei 55, Somalia 50, Russland 30, Algerien 20 (Eurostat, Stand 20.10.). Die Eurostat-Monatswerte für Jan.–Sep. ergeben zusammen 5.895 (2025: 9.900, eigene Summe).
- BMI: Die Septemberstatistik war am 21.10. (08:00 Uhr) noch nicht veröffentlicht, die Seite listet nur Monate bis August (BMI). Letzter BMI-Stand: 6.512 Anträge (Erst- und Folgeanträge) im Zeitraum Jan.–Aug. 2026 (−45 %) (BMI, Asylstatistik August 2026). Eurostat-Erstantragsteller und BMI-Anträge sind nicht direkt vergleichbar.
CH
Schweiz
- Keine neuen Daten. Letzter Stand September 2026: 2.122 Asylgesuche (−18 %). Herkunft: Afghanistan 530, Eritrea 321, Algerien 247, Somalia 202, Türkei 112. Im Zeitraum Jan.–Sep. waren es 15.667 (−17 %) (SEM, 15.10.).
FR
Frankreich
- Neu für 2026 (amtlich, EU-Agentur): Frankreich erhielt im 1. Halbjahr 2026 rund 69.000 Anträge (21 % aller Anträge in der EU+) und damit die meisten aller Staaten. Größte Gruppe sind Haitianer (12-Monats-Zeitraum bis Juni: rund 16.000, +22 %), danach Afghanen (rund 13.000, unverändert). Sudanesische Anträge stiegen um 48 %, somalische um 41 % (EUAA, Mid-Year Review 2026).
- Eurostat, Jan.–Aug. 2026: 68.730 Erstantragsteller (−12 %, siehe Ausgabe 3).
- OFPRA und Innenministerium (DGEF) haben weiter keine eigenen 2026-Zahlen veröffentlicht. Laut einem Exklusivbericht von Valeurs actuelles gab es im 1. Quartal rund 31.500 OFPRA-Anträge (−23 %). Diese Zahl ist noch nicht gegengeprüft. Letzter amtlicher OFPRA-Stand: 145.210 Anträge im Gesamtjahr 2025 (OFPRA, 27.01.2026).
- Einordnung X: Ein auf X verbreitetes Video eines YouTubers zeigt Bewaffnete in einem französischen Wohnviertel. In Beiträgen wird es mit Migration verknüpft (X-Trend, 21.10.). Das ist eine Behauptung nur auf X, Ort, Zeitpunkt und Hintergrund sind nicht belegt.
BE
Belgien
- Keine neuen CGRS-Daten. Letzter Stand September 2026: 2.071 Antragsteller, Jan.–Sep.: 18.542. Herkunft: Afghanistan 283, Palästina 266, Eritrea 188, Türkei 156 (CGRS, Okt. 2026). Eurostat zählt für September 1.645 Erstantragsteller (Stand 20.10.).
- Nachtrag: Das Gesetz, das Wohnungsbetretungen bei ausreisepflichtigen Personen erlaubt, die als Gefahr für die öffentliche Ordnung gelten, passierte am 07.10. die zweite Lesung im Ausschuss. Nötig ist jeweils eine Ermächtigung durch einen Untersuchungsrichter. Die Abstimmung im Plenum steht aus (Ministerin Van Bossuyt, 07.10.).
NL
Niederlande
- Keine neuen Zahlen. Die Wochenmeldung für Woche 43 folgt am 26.10. Letzter Stand: Woche 42 rund 840 Asylzugänge, davon 500 Erstanträge (Rijksoverheid, 19.10.).
- Nachtrag Gesetzgebung: Die Erste Kammer nahm am 13.10. das Gesetz über Rückkehr und Abschiebehaft samt Novelle an. Damit entfallen die Zwangsgelder, die Gerichte der IND bei verspäteten Asylentscheidungen auferlegen konnten. Außerdem können straffällige Ausländer leichter zu unerwünschten Personen erklärt werden (Eerste Kamer, 13.10.).
SE
Schweden
- Keine neuen Daten. Letzter Stand: 1.628 registrierte Anträge seit Paktstart (12.06.–30.09.2026). Das ist keine amtliche Statistik, siehe Ausgabe 3 (Migrationsverket).
DK
Dänemark
- Keine neuen Daten. Letzter Stand: 1.177 Anträge im Zeitraum Jan.–Sep. 2026 (US, 30.09.). 618 Menschen kehrten Jan.–Aug. über das Repatriierungsprogramm zurück, davon 513 nach Syrien (UIM, 09.10.).
NO
Norwegen
- Keine neuen UDI-Daten. Letzter Stand: 1.881 individuelle Asylanträge im Zeitraum Jan.–Sep. 2026, davon 301 im September (UDI). Eurostat zählt für September 285 Erstantragsteller (Stand 20.10., andere Abgrenzung).
GB
Vereinigtes Königreich
- Ärmelkanal: Auch vom 13. bis 19.10. kamen keine Boote an (GOV.UK, aktualisiert 20.10.). Jahreswert bis 08.10.: 20.935 (siehe Ausgabe 1).
IT · aktualisiert
Italien
- Anlandungen 01.01.–20.10.2026: 25.660 (Vorjahreszeitraum: 56.739, −55 %). Das sind 143 mehr als am Vortag. Erklärte Nationalitäten: Bangladesch 5.980, Algerien 3.015, Somalia 2.822, Eritrea 2.276, Sudan 1.857, Pakistan 1.650, Ägypten 1.491, Tunesien 1.366. Unbegleitete Minderjährige (bis 19.10.): 5.056. Rückführungen bis 15.10. unverändert: 5.980 Zwangsrückführungen und 1.010 unterstützte freiwillige Rückkehren (Viminale, Cruscotto 20.10.).
- Die italienischen Grenzkontrollen gegenüber Spanien sind bis 23.10. verlängert, um sie zeitgleich mit den spanischen aufzuheben (El Correo, 16.10.). Eine amtliche italienische Mitteilung zum Ende liegt nicht vor.
ES · aktualisiert
Spanien
- Ceuta: Seit 10.08. sind laut Regierung 12.705 Menschen nach Marokko zurückgekehrt, davon 12.142 freiwillig, 536 wurden ausgewiesen. In Notunterkünften gibt es 7.477 Plätze. 3.331 unbegleitete Minderjährige sind im Schutzsystem der Stadt, 107 kamen über Familienzusammenführung aufs Festland, 181 wurden in andere Regionen verlegt (Cadena SER nach Ministerin Saiz, 20.10.). Die Regierung wies die Forderung der Stadt Ceuta zurück, alle Rückführungs- und Asylverfahren binnen eines Monats abzuschließen. Die Verfahren verlangten eine „individuelle Prüfung“. Kein Minderjähriger konnte bisher mit Familie in Marokko zusammengeführt werden (La Moncloa, 20.10.). Laut El País sind rund 6.000 Menschen in Unterkünften, 4.432 Erwachsene sind „getriagt“. Die Zahlen sind nur aus einem Auszug gelesen und noch nicht gegengeprüft (El País, 20.10.).
- Ceuta, Wert „70 %“: weiter nicht amtlich belegt. Die Angabe, 70 % der marokkanischen Antragsteller beriefen sich auf ihre sexuelle Orientierung, stammt aus Polizei- und Gewerkschaftsquellen (ABC, 16.10.). Eine nach Fluchtgrund aufgeschlüsselte amtliche Statistik gibt es nicht. Der Innenminister verlangt für solche Anträge objektive Belege (Ceuta Actualidad, 16.10.). Status: noch nicht gegengeprüft.
- Grenzkontrollen zu Italien: Die spanische Anordnung gilt bis 22.10., 24:00 Uhr, und endet dann automatisch ohne eigene Entscheidung. Eine Verlängerung bräuchte eine neue begründete Anordnung (BOE, Orden INT/1033/2026, 06.10.). Das Enddatum ist damit amtlich belegt, ob die Kontrollen tatsächlich enden, wird am 23./24.10. geprüft.
- Kanaren: Antena 3 nennt fast 700 Ankünfte seit Freitag (16.10.), die meisten auf El Hierro. Der dort genannte Jahreswert von 8.970 entspricht dem Stand des Innenministeriums bis 15.10. (siehe Ausgabe 2), ist also kein neuer Wert. In der Nacht zum 20.10. erreichte ein weiteres Boot mit 145 Menschen La Restinga. Das Aufnahmezentrum (CATE) der Insel hat Platz für rund 600 Menschen, das Krankenhaus ist zeitweise überlastet (Antena 3, 20.10.). Die Angabe „fast 700 seit Freitag“ hat keine Amtsquelle und ist noch nicht gegengeprüft. Neue Gesamtzahlen des Innenministeriums gibt es nicht. Letzter Stand: 27.230 Ankünfte in ganz Spanien vom 01.01. bis 15.10. (siehe Ausgabe 2).
GR · aktualisiert
Griechenland
- Kreta: Seit Montagmorgen (19.10.) zählte die Küstenwache 14 Bootsankünfte mit 710 Menschen auf Kreta, Gavdos und Chrysi. Am 19.10. ertranken vor Lesbos und Samos zwölf Menschen, drei werden noch vermisst. Seit Jahresbeginn kamen laut Bericht mehr als 33.000 Menschen aus Ostlibyen und der Türkei, davon mindestens 19.000 über die Route Libyen–Kreta (Kathimerini/AP, 20.10.).
- UNHCR, Stand 11.10.: Seeankünfte 2026 rund 25.400 (Summe der Monatswerte, eigene Rechnung, Oktober bis 11.10.: 1.989), Landankünfte 6.609. Herkunft der Seeankünfte Jan.–Aug. (Regierungsdaten): Sudan 5.807 (30 %), Bangladesch 5.132 (27 %), Afghanistan 1.611, Ägypten 1.421, Eritrea 878, Syrien 658, Jemen 613, Südsudan 608, Somalia 499, Palästina 350 (UNHCR Operational Data Portal).
- Das Parlament Ostlibyens billigte am 20.10. ein Seegrenzabkommen mit der Türkei, das Griechenland als rechtswidrig ablehnt. Das belastet die Gespräche über eine Eindämmung der Abfahrten (Kathimerini/AP, 20.10.).
PL
Polen
- Keine neuen Daten. Die UdSC-Septemberzahlen stehen noch aus. Letzter Stand: 3.246 Anträge für 3.983 Personen im Zeitraum Jan.–Aug. 2026, vor allem aus der Ukraine, Belarus und Russland (UdSC, veröff. 07.10.). Das Recht, an der Grenze zu Belarus Asyl zu beantragen, bleibt ab 18.09. für weitere 60 Tage teilweise ausgesetzt (MSWiA).
- Einordnung X: Eine Videoaussage des PiS-Europaabgeordneten Tarczyński („Kommt nicht an die polnische Grenze, sonst seid ihr tot“) verbreitet sich stark (X-Trend, 21.10.). Das ist eine politische Äußerung, keine Regierungslinie. Weitere Angaben aus der X-Zusammenfassung, etwa zur Haltung von Premier Tusk, sind noch nicht gegengeprüft. Die Angabe „30 Tage ohne Versuche seit 15.09.“ bleibt unbestätigt. Letzter amtlicher Wert: über 430 Versuche bis 09.09. (Straż Graniczna, 10.09.).
Abschnitt
Status der Prüfungen aus Ausgabe 3
- AT-Septemberstatistik: teilweise geschlossen über Eurostat (740 Erstantragsteller). Die BMI-Monatsstatistik ist weiter nicht veröffentlicht.
- FR-2026-Zahlen: teilweise geschlossen über die EUAA (1. Halbjahr rund 69.000 Anträge). Eigene Zahlen von OFPRA und DGEF für 2026 fehlen, der OFPRA-Wert für das 1. Quartal ist nur über Medien bekannt (noch nicht gegengeprüft).
- Frontex Jan.–Sep.: an der Originalquelle bestätigt (Ausgabe 3). Westbalkan −27 % und Ostgrenzen −51 % stehen weiter nicht in der Pressemitteilung. Eine zweite Medienquelle nennt für den Westbalkan dieselbe Zahl, der Wert ist aber noch nicht gegengeprüft.
- PL-Gesamtzahl: UdSC Jan.–Aug. bleibt geschlossen. Die Septemberzahl steht aus.
- Zeit/WELT, türkische Antragsteller: Die Schutzquote (11,8 %, Jan.–Sep. 2026) ist am BAMF bestätigt. Die Summe von 140.000 seit 2021 und die Quote von 43 % für 2020 sind noch nicht gegengeprüft.
- Ceuta 70 %: weiter nicht amtlich belegt, nur Polizei- und Gewerkschaftsquellen.
- ES–IT-Grenzkontrollende: Für Spanien ist das Enddatum amtlich belegt (BOE: automatisches Ende am 22.10., 24:00 Uhr). Für Italien gilt der 23.10. laut Regierungsangaben in Medien, eine amtliche Mitteilung zum Ende fehlt.
- Bevölkerungs- und Demografiereferenz: keine neueren amtlichen Erhebungen, beide Dateien unverändert (Stand 20.10.2026). Die griechischen Geburtenzahlen 2025 (ELSTAT, 01.10.) sind bereits eingearbeitet, eine nationale Geburtenrate für 2025 hat ELSTAT weiter nicht veröffentlicht.
Abschnitt
Offene Punkte für die nächste Ausgabe
- Österreich: BMI-Septemberstatistik. Frankreich: OFPRA- bzw. DGEF-Zahlen 2026. Polen: UdSC-Septemberbericht. Spanien: Zweiwochenbericht des Innenministeriums (Stand 31.10.). Deutschland: BAMF-Oktoberzahlen (Anfang November). Niederlande: Woche 43 (26.10.).
- Prüfen, ob die Grenzkontrollen zwischen Spanien und Italien am 22./23.10. tatsächlich enden. Ergebnis der Ratsberatung zum Notfallrahmen (Donnerstag).
- Rückführungsverordnung 2026/2280 am Amtsblatt (EUR-Lex) gegenprüfen. Eurostat August und September, sobald alle Staaten gemeldet haben.
Weiterlesen
- Entwicklung je Land – alle Einträge je Land aus allen Ausgaben
- Karte der Migrationsrouten und Diagramme – neueste amtliche Zahlen je Route
- Geburtenrate und Herkunft je Land – amtliche Demografie-Zahlen mit Bezugsjahr
- Quellenverzeichnis – alle verlinkten Quellen nach Herausgeber
- Archiv aller Ausgaben
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